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Deine Rechte · Lesezeit etwa 6 Minuten · von Günter Bonin

Nachteilsausgleich bei LRS: Was deinem Kind zusteht und wie du ihn bekommst

Dein Kind kann den Stoff, scheitert aber an der Zeit und an der Rechtschreibung, die überall mitbewertet wird. Genau dafür gibt es zwei Werkzeuge, die den Schulalltag spürbar entlasten: den Nachteilsausgleich und den Notenschutz. Hier erfährst du, was sie bedeuten und wie du sie ruhig und richtig bekommst.

Viele Eltern wissen gar nicht, dass ihr Kind ein Recht auf Unterstützung hat. Sie kämpfen sich Jahr um Jahr durch, obwohl es einen offiziellen Weg gibt. Diesen Weg gehen wir jetzt Schritt für Schritt.

Die zwei Werkzeuge, einfach erklärt

Der Nachteilsausgleich

Er gleicht den Nachteil aus, ohne die Anforderungen zu senken. Dein Kind lernt und leistet dasselbe, bekommt aber faire Bedingungen. Typische Beispiele:

Der Notenschutz

Er nimmt die Rechtschreibung aus der Bewertung heraus, dein Kind wird also nicht für etwas abgestraft, das ihm besonders schwerfällt. Wichtig zu wissen: Der Notenschutz kann im Zeugnis vermerkt werden, der reine Nachteilsausgleich in der Regel nicht.

Der Kern in einem Satz

Nachteilsausgleich heißt nicht bevorzugen, sondern fair machen. Dein Kind zeigt, was es kann, statt an der falschen Stelle zu scheitern.

So gehst du vor, in vier ruhigen Schritten

Wichtig zu wissen

Die genauen Regeln sind Ländersache und unterscheiden sich zum Teil deutlich. Was in Bayern gilt, kann in Berlin anders aussehen. Deshalb lohnt es sich, die Vorgaben deines Bundeslandes zu kennen, bevor du den Antrag stellst.

Der Ton macht viel aus. Du kommst nicht als Bittsteller und nicht als Gegner, sondern als Partner der Schule, dem es um dasselbe geht: dass dein Kind zeigen kann, was in ihm steckt. Ein sachlicher, freundlicher Antrag öffnet mehr Türen als ein Streit.

Dein nächster Schritt

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Häufige Fragen

Brauche ich für den Nachteilsausgleich eine Diagnose?
In den meisten Bundesländern ist eine fachliche Feststellung der LRS die Grundlage. Sprich zuerst mit der Schule, sie sagt dir, welcher Nachweis bei euch genau nötig ist.
Was ist der Unterschied zwischen Nachteilsausgleich und Notenschutz?
Der Nachteilsausgleich gibt deinem Kind zum Beispiel mehr Zeit oder Hilfsmittel, die Anforderungen bleiben gleich. Der Notenschutz nimmt die Rechtschreibung aus der Bewertung heraus, das kann aber im Zeugnis vermerkt werden.
Steht der Nachteilsausgleich im Zeugnis?
Der reine Nachteilsausgleich meist nicht. Ein Notenschutz kann dagegen vermerkt werden. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.
Ab welcher Klasse ist das möglich?
Grundsätzlich in der ganzen Schulzeit, von der Grundschule bis in die Oberstufe. Je früher du dran bist, desto weniger Frust sammelt sich an.
Günter Bonin mit seinem Sohn Konstantin

Günter Bonin ist Lehrer, LRS-Trainer und Vater. Er kennt die Lese-Rechtschreib-Schwäche aus dem Unterricht und vom eigenen Küchentisch. Sein Buch »Mama, ich bin DOCH schlau!« macht Eltern Mut.